Remigiusberg


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Die Geschichte der Michelsburg auf dem Remigiusberg

Die historischen Wurzeln der St. Michaelsburg, im Volksmund Michelsburg genannt, liegen im Dunkel der Geschichte verborgen. Ihre Gründungszeit ist nicht sicher zu datieren, doch ist eine Erbauung vor 1100 wahrscheinlich.

Urkundlich erstmals belegt ist die Existenz einer Befestigungsanlage auf dem Remigiusberg in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Adelbert aus dem Jahr 1127. Sie wird erwähnt im Zusammenhang mit der Klostergründung der Benediktinerprobstei auf dem Remigiusberg. Nach den Ausführungen dieser Urkunde soll die Burganlage bereits vor der Klostergründung existiert haben.

Wie diese Urkunde weiter ausführt, sollen die Mönche den Raubrittern die widerrechtlich errichtete Burg abgekauft und niedergerissen haben.

Im Verlaufe von Erbauseinandersetzungen nach dem Aussterben der 1. Veldenzer Linie im Mannesstamm baute Graf Heinrich von Zweibrücken im Jahr 1260 die Burg zunächst als "hölzernes Schloss" wieder auf. Nach und nach wurde die Burg erweitert und zu einem massiven Steingebäude ausgebaut.

1.Veldenzer Linie
Emichonengeschlecht
Gerlach I.
Gerlach II.
Gerlach III.
Gerlach IV.
Gerlach V.
1258 Ende der 1.Veldenzer Linie
Agnes von Veldenz

In ihrem Innern wurde auch eine Kapelle errichtet, die dem heiligen Michael geweiht war. Diese Kapelle führte schließlich auch zur Namensgebung Mich(a)elsburg.

In der Folgezeit war die Michelsburg bis zum Jahr 1444 Wohnsitz verschiedener Mitglieder der 2. Veldenzer Grafenlinie.

2.Veldenzer Linie
Die Grafen von Veldenz und Ihre Regierungszeiten
Heinrich I.
1270-1298
Georg I.
1298-1346
Heinrich II.
1346-1378
  Friedrich I.
1314-1325
Heinrich III.
1378-1389
Friedrich II.
1378-1396
Georg II.
1325-1377
Heinrich IV.
1389-1393
Friedrich III.
1393-1444
   
1444 Ende der 2.Veldenzer Linie
  Anna von Veldenz    

Nach dem Aussterben der 2. Veldenzer Linie dürfte die Michelsburg als Lehen in den Besitz der Ritter Blick von Lichtenberg übergegangen sein.

Ab 1524 diente die Burg wieder unter Graf Ruprecht von Veldenz als gräflicher Wohnsitz. Ruprecht investierte 2000 Gulden in die Renovierung der Burganlage. Nachdem durch den Marburger Vertrag die Burg in Ruprechts Erbbesitz übergegangen war, begann die eigentliche Blütezeit der Michelsburg. Sie wurde zur Stammburg einer neuen Grafschaft, der Linie Pfalz-Veldenz. Der berühmteste Vertreter dieses Geschlechts war Graf Georg Hans, der mit Anna Maria, einer Prinzessin aus dem schwedischen Königshaus Wasa verheiratet war.

3. und 4.Veldenzer Linie
Die Grafen von Veldenz und ihre Regierungszeiten
Stephan
1444-1453
Ludwig I.
1453 - 1489
Alexander
1489 - 1514
Pfalz-Zweibrücken Pfalz-Veldenz
Ludwig II.
1522-1532
Ruprecht
1543-1544
Wolfgang
1543-1569
Georg Hans
1563-1592
Johannes I.
1569-1604
Georg Gustav
1592-1634
Johannes II.
1635-1661
Leopold Ludwig
1648-1694
Friedrich
1635-1661
1694 Ende der Linie Pfalz-Veldenz
Friedrich Ludwig
1661-1681
 
Karl XI.
1681-1697
 
Karl XII.
1697-1718
 
Gustav Samuel Leopold
1718-1731
 
1731 Ende der Linie Pfalz-Zweibrücken  

Im 30-jährigen Krieg (1618-48) wurden der Burg schwere Schäden zugefügt, doch dürfte die Burg weiter bewohnt worden sein.

Auch der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688-97) dürfte die Bausubstanz der Burg weiter geschädigt haben. Doch dürfen wir sicher sein, dass sie durch diesen Krieg nicht (wie allgemein angenommen wird) zur Ruine wurde. Denn zumindest bis 1708 dürfte sie noch in einem bewohnbaren Zustand gewesen sein. Aus diesem Jahr datiert eine Besoldungsverordnung für die veldenzischen Schulen, die nachweislich auf der Michelsburg verfasst wurde.

Wie lange die Burg anschließend noch in einem bewohnbaren Zustand gehalten wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Doch dürfte sie im Zuge der Französischen Revolution endgültig zerstört worden sein.

Die Ruine dürfte nach 1794 von der Revolutionsregierung zum Abriss an Privatleute veräußert worden sein.

Remigusberg um 1835

Der Stahlstich (oben) aus der Zeit um 1835 zeigt die noch vorhandene Bausubstanz nach den Zerstörungen durch die Französische Revolution und die anschließende Zweckentfremdung als Steinbruch

Einen weiteren Verlust noch vorhandener Bausubstanz brachte die Anlage eines Steinbruchs westlich der Burgruine ( im heutigen Parkplatzbereich )in den Jahren 1903 - 1926, wobei wesentliche Teile der Vorburg und der westlichen Kernburg zerstört wurden.

Die Burgruine war in der Folgezeit weitgehend dem Verfall preisgegeben, bevor Bestandssicherungsarbeiten aus den Jahren 1973/74 die noch vorhandene Bausubstanz vor dem gänzlichen Verfall bewahrten.

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