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9.Remigius von Reims

Heiliger Remigius -  Bischof von Reims

Das Fest des heiligen Remigius ist am 1. Oktober bzw. 13./15. Januar),

Geboren wurde er um 436,

Gestorben am 13./15. Januar wohl eines Jahres um 533.

Remigius entstammte einer Familie, die die Reimser Tradition in Laon 
lokalisierte, die vielleicht aber in der unmittelbaren Nähe von Reims 
beheimatet war.
 
Die Familie gehörte wohl zu der sozial führenden Schicht der gallischen Senatorenaristokratie und war begütert.
 
Der Name der Mutter war Caelinia, ein Bruder trug den Namen Principius 
und war wohl Bischof von Soissons.
 
Die wenigen Zeugnisse zu Remigius, vier von ihm erhaltene Briefe, sein entgegen früherem Fälschungsverdikt (Krusch) echtes Testament, ein Kelchepigramm 
sowie die knappen Reflexe in seiner frühen Vita und in der Korrespondenz des Sidonius Apollinaris, in den Historien des Gregor von Tours und in der 
Hagiographie, vermitteln bei aller Spärlichkeit ein geschlossenes und aussagekräftiges Ensemble.
 
Viele Informationen der Reimser Tradition, die vor allem Hinkmar von Reims 
in seiner im Jahre 877/78 geschriebenen erweiterten Lebensbeschreibung bietet, bezeugen Erweiterung und Verbreitung des Kultes und der Legenden von und um Remigius, deren Anfänge schon die bald nach seinem Tod entstandene erste Biographie erkennen läßt.
Remigius war bei Antritt seines Amtes erst 22 Jahre, es fiel in die Schlußphase 
der römischen Herrschaft in Gallien. 
Den Merowinger / salfränkischen König Chlodwig I beglückwünschte er zu seinem Herrschaftsantritt im Jahre 481/82 und suchte ihn dabei für eine Zusammenarbeit 
mit den Bischöfen und eine an antikem Ethos ausgerichtete Amtsführung zu gewinnen.
 
Das herausragende Ereignis von Remigius Episkopat war die Taufe Chlodwigs 
an Weihnachten um 498 oder 499. Zusammen mit der Frau Chlodwigs, wird Remigius als Wegbereiter des Christentums in Europa gesehen. 
Am Weihnachtsfest, soll er Chlodwig und 3.000 andere Franken getauft haben.
 
Der König hatte vorher durch seine christliche Frau sowie durch Gespräche mit 
dem Bischof die christliche Religion schon einigermaßen kennengelernt. 
Er verachtete sie aber als eine Religion der Schwäche und trat als überzeugter Bewahrer des alten germanischen Glaubens auf. 
Als er jedoch 496 in der  Schlacht von Zülpich gegen die Alamannen in der  
gegen die in Gefahr war, besiegt zu werden, gelobte er, sich zum Glauben 
seiner Gattin zu bekennen, wenn er die Schlacht gewinne. Er siegte und bat 
später Bischof Remigius um die Taufe. Während der Bischof diese Handlung vornahm, sprach er zum König:
"Beuge nun, stolzer Sicamber(eine archaisierende Bezeichnung für 
die Franken), dein Haupt und unterwirf es dem sanften Joche Christi! 
Bete an, was du bisher verbrannt hast, und verbrenne, was du bisher angebetet hast!“

Remigius Statue                         

Taufe Chlodwigs durch Remigius in der Kathedrale 

von Reims   (Statue vor der Kathedrale in Reims)

oelflaeschen


Die "heilige Ampulle", das Ölfläschchen zur Salbung 

der französischen Könige, heute im Kirchenschatz von Reims


Bei Gregor von Tours (Hist. II,31), der zu dem Vorgang wohl verschiedene 
Traditionen zusammenführt, wird Remigius beherrschender Anteil am Konversionsentschluß des Königs zugeschrieben und wird er in Analogie 
zu dem mit Konstantin verglichenen Chlodwig neben Papst Silvester gestellt.
In einem Trostbrief an den König beim Tod einer Schwester und einer brieflichen Kontroverse mit bischöflichen Amtsbrüdern erscheint Remigius in der Rolle 
dessen, der ein mit christlichen und spätantiken Werten gespeistes Königsideal ausführt, die Kirchenherrschaft des Königs legitimiert und gleichsam als Wortführer einer christlichen Herrscherideologie Chlodwig als Verteidiger des Glaubens und Heidenbesieger feiert.
In einem Konflikt mit dem Bischof von Tongern/Maastricht verteidigte er die 
territoriale Integrität des Reimser Sprengels. Mit Ordinationen und Einrichtung 
von Suffraganbistümern im fränkischen Landnahmeraum (Arras; Tournai) 
steckte er Ziele ab, ohne schon bleibenden Erfolg zu haben.
Remigius wurde nach seinem Tod in einer Kirche seiner Stadt beigesetzt,
die bald Zentrum seines Kultes werden sollte.

Früh ist sein Kult über Reims hinaus verbreitet worden und in Metz, Toul und
Trier nachzuweisen.
Dies und weitere Indizien haben zu seiner weitgreifenden Charakterisierung als »Patron ... Austrasiens« (Schäferdiek) geführt.
Remigius Reliquien wurden 1049 in die ehemalige Abtei St.-Remi übertragen, 
später in die Kathedrale Saint Remi in Reims. Eine Besonderheit der Kirche 
ist die Lichtkrone im Dachgewölbe: Sie zählt 96 Öffnungen, eine für jedes 
Lebensjahr des Bischofs.
Sein Patrozinium und Kult ist in Frankreich und Deutschland, auch in Italien, 
verbreitet. In Köln wird am 1. Oktober die Remigius-Messe gefeiert, der Monat Oktober trägt den Namen Remigius-Monat.
In einem Testament teilte Remigius sein Vermögen zwischen der Kirche von
Reims und seinen Neffen, Bischof Lupus von  Soissons und dem Priester Agricola auf. Bestattet wurde er wohl in einer  geweihten Kapelle, die daraufhin vergrößert wurde. 570 erhielt die Basilika seinen Namen.
Remigius wurde von der katholischen Kirche heiliggesprochen. In der Folgezeit, insbesondere zwischen dem 6. und 11. Jahrhundert, wurden ihm eine Vielzahl von Kirchen geweiht, die bis heute den Namen St. Remigius tragen.



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